„Ein Stich ins Fürther Herz“

Ich weiss nicht wer heute früh bereits einen Blick in die Ausgabe der Fürther Nachrichten werfen konnte. Ein Stich ins Fürther Herz. Viele Gedanken gingen mir durch den Kopf.

Erst auf den dritten Blick nahm ich zur wahr das es in dem Bericht um die Fürther Kärwa geht die dieses Jahr ausfällt. Eigentlich eine Belanglosigkeit, wenn man sich vor Augen und in Gedanken führt weswegen wir heute hier sind, dazu muss man nur das Blatt einmal herumdrehen.

Wie hätte Jürgen auf die Absage der Kärwa reagiert?

Jürgen war ein sehr emotionaler Mensch.

Er hätte entweder dem Ministerpräsidenten „leicht ironisch“ applaudiert

Oder er hätte einfach nur in seiner typischen Gestik abgewunken um danach die Beschläge und Rahmen der nächsten Türe dem typischen „Häckel-Test“ zu unterziehen.

Diesem Test hatte die Türe unser altehrwürdigen MTV-Halle am Schießanger einige Male standhalten müssen, und ja – wenn Jürgen die Türe zu gedonnert hat knallte sie besonders gut.

Handball war sein Leben, Handball war seine Passion, Handball war seine Leidenschaft aber Handball war manchmal auch sein Leiden (besonders seine Wade die 2-3x gezwickt hat).

Jürgen war unser Chef, unser Vorstand, unser Mannschaftsführer, unser Teampartner, er war trotzdem einfach immer er gewesen. Mit all seinen Ecken und Kanten. Und mit Sabine die ihm den Rücken nicht nur ein- oder zweimal dafür freigehalten hat.

Er hat sich um den ganzen Papierkrieg mit Stadt, Verband, Schiedsrichtern (seine besonderen „Freunde“) oder Trainer gekümmert.

Wichtige Punkte hat er für uns regelmäßig auf ein bis zwei Blättern zusammengefasst ins Training mitgebracht.

Jürgen war unser „Zettelmo“.

Jürgen war auf dem Spielfeld eine Leitfigur.

Nachdem es in den Derbys MTV Fürth gegen den TV Stadeln manchmal etwas hitziger wurde, kam Thomas Keppner die Aufforderung „Jürgen - pfeif deine Jungs zurück sonst machen wir ernst“.

Er brauche dann nicht viel sagen, er machte seine typische Handbewegung „ruhig“ nach unten und wir wussten was zu tun war.

Jürgen war ein sehr direkter Mensch der sich dabei aber nie in den Vordergrund gestellt hat.

Jürgen war unser „Handballgott“ und 2004 hatten wir als MTV Fürth das der ganzen Welt mit einem Plakat bei der Handball-EM kundgetan.

Es erfolgte ein regelrechter Telefonterror bis Jürgen damals aus dem Training heimgekommen war.

„JÜRGEN HÄCKEL HANDBALLGOTT“ – ist er zuhause?

Jürgen war aber nie unser Handballgott, weil er sich durch Nationalmannschaftseinsätze oder ähnliches ausgezeichnet hat.

Jürgen war unser Handballgott, weil er sich um alles rund um den Handball engagiert hat.

Jürgen hat viele von uns trainiert, er hat die legendären MTV-Skifahrten organisiert.

Allerdings meist leider mit zu wenig Bier. Wir sind an der MTV Halle losgefahren und an den Rampen bzw. der Stadtgrenze war bereits das Bier leer.

Auch im Training hat er regelmäßig Laufsonderschichten eingelegt und uns mit seinem unnachahmlichen Laufstil zu nerven.

„Jürgen lauf nicht so laut damit wir in Ruhe unser Bier trinken können“

Danach in der typischen „Häckel-Duschhaltung“ hat er wöchentlich die Warmwasserversorgung unseres Hausmeisters Klaus Biebrich einer Belastungsprobe unterzogen.

Der wusste, wenn Jürgen/Männer 3 mit dem Training fertig ist der Warmwasserbehälter anschließend regelmäßig leer.

Mit Thomas Keppner hatte er die Spielgemeinschaft MTV Fürth mit dem TV Stadeln begonnen. Ein paar Jahre später entwuchs aus dieser Handballspielgemeinschaft die heutige Fusion des MTV Stadeln.

Diesen Samstag wäre wieder unsere gemeinsame „Sommersonnwendfeier“ gewesen.

Jürgen war hier zusammen mit Melly und Moritz besonders engagiert.

Er selbst kam immer mindestens 30 Minuten vor Dienstbeginn zum Grill um die Infrastruktur besonders kritisch zu prüfen.

Steht der Grill richtig, woher kommt der Wind, wann wird die Sonne scheinen oder wann wird es regnen?

Bevor es dann los ging lege er immer seine eigens mitgebrachte Grillschürze an, auch sein Grillbesteck hatte er natürlich selbst dabei, natürlich auch seine eigenen Bratwürste und Steaks – nein soweit ging es dann doch nicht, da vertraute er auf uns. J

Und wir hatten jedes Mal zu wenig gekauft!

Als Moritz noch ein junger Bursche war (heute ist er ein junger Mann) hat er ihn in die Kunst des Frittierens eingeweiht. Die beiden standen den ganzen Tag an der Fritteuse und ich glaube Sabine hat sich sehr gefreut das Mo gefühlt eine Woche nach Pommes-fett „gerochen“ hat.

„JÜRGEN HÄCKEL HANDBALLGOTT“ – ist er zuhause?

Heute haben wir leider die traurige Gewissheit.

Er wird nicht mehr zu seiner Familie oder zum Handball nach Hause kommen.

Aber er wird als Handballgott hoffentlich weiter auf uns achten.


Peter Auer


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